im Fleethof, Stadthausbrücke 1 - 3, Hamburg
vom 08. August bis 04. September 2003, täglich 7.00 bis 22.00 Uhr, Eintritt frei
Die Kunst der Ingenieure
Brücken sind heute ein selbstverständlicher Teil der modernen Infrastruktur. So selbstverständlich, dass sich selbst diejenigen, die regen Anteil an Architektur, Stadtentwicklung, Technik und Design nehmen, normalerweise wenig Gedanken über den Brückenbau machen. Während viele Architekten zu Stars des Feuilletons wurden, sind die größten Ingenieurleistungen des Brückenbaus meist nur Insidern bekannt. Die Ausstellung "STRASSENBRÜCKEN - Ingenieur Bau Kunst in Deutschland" will die Leistungen des deutschen Brückenbaus und das kreative Potenzial der Brückenbau- Ingenieure dokumentieren und Interesse für das Thema wecken.
900 Jahre Brückenbaugeschichte
Sie zeigt auf Bildtafeln, mit Modellen, Videos und Brückenelementen technisch,
ästhetisch und verkehrsplanerisch überzeugende Lösungsmöglichkeiten am Beispiel von
ca. 60 Straßenbrücken in Deutschland. Wenn auch die Brücken, die in den letzten drei
Jahrzehnten entstanden sind, im Zentrum der Ausstellung stehen, wird doch ein Blick
auf fast 900 Jahre Brückenbaugeschichte in Deutschland geworfen.
Anders als beim Hochbau, bei dem die raumabschließende Hülle der Fassade häufig die
Konstruktion verbirgt, prägt beim Brückenbau stets das Tragwerk die Gestalt. Deshalb
demonstriert die Ausstellung anhand der Tragwerksformen der ausgewählten Bogen-,
Schrägseil-, Hänge- und Balkenbrücken die konstruktive Vielfalt des Brückenbaus und
erklärt - auch für den Laien verständlich - einige Konstruktionsmerkmale.
Ein beachtliches Volksvermögen
Die Zahl der Brücken dürfte heute bundesweit bei ca. 120.000 liegen, d. h. auf
ca. 5,4 km Straße (oder auf 690 Einwohner) kommt in Deutschland eine Brücke. Das
deutsche "Brückenvermögen" wird von Fachleuten auf 80 Mrd. € geschätzt. Um alle
Brücken in Deutschland neu zu bauen, müßten 33 % eines Bundeshaushaltes aufgewendet
werden oder jeder Einwohner in Deutschland 1.000 € zusätzlich Steuern zahlen.
Hinter den Zahlen verbergen sich zahlreiche Superlative. Der mit 161 m höchste
Kirchturm der Welt, der Turm des Ulmer Münsters, erreicht nicht die Höhe der
höchsten deutschen Brücke, der Kochertalbrücke Geislingen im Hohenloher Land, die
185 m hoch über die Kocher führt. Die längste Brücke Deutschlands ist die Hochstraße
Elbmarsch im Verlauf der A 7 mit einer Länge von 4.359 m.
Höher, größer, weiter
Die größte Spannweite zwischen zwei Brückenpfeilern weist mit 500 m die Rheinbrücke Kleve-Emmerich auf. Diese Brücke über den Rhein ist ein echte Hängebrücke. 142 m weniger Spannweite hat die Fleher Brücke (bei Düsseldorf), eine Schrägseilkonstruktion, deren Pylon in Form eines auf dem Kopf stehenden "Y" 146,5 m hochragt. Dass auch mit kleineren Pylonen große Spannweiten erreicht werden können, zeigt die Talbrücke "Oberer Argen" in der Nähe von Ravensburg. Mit den Seilen an ihrem 55 m hohen Mast können dank einer genialen Kombination von Überspannung und Unterspannung 258 m eines Rutschhangs ohne Stützen überbrückt werden.
Ästhetische Rekorde
Das Tal der Wilden Gera in Thüringen wird im Verlauf der neuen Bundesautobahn Erfurt - Schweinfurt durch einen Stahlbetonbogen mit 252 m Weite überragt. Der Stahlbetonbogen ist der bundesdeutsche Rekordhalter bei Bogenbrücken, die oft besonders ästhetisch wirken. Solche Rekorde sind auch das Ergebnis von bemerkenswerten Baumethoden, die die Brückenbauer entwickelt haben. Auch sie werden in der Ausstellung dokumentiert.
Weitere Informationen: www.deutsche-bruecken.de
Veranstalter: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Bundesingenieurkammer, Hamburgische Ingenieurkammer - Bau, Behörde für Bau und Verkehr Hamburg
Buch zur Ausstellung: "STRASSENBRÜCKEN Ingenieur Bau Kunst in Deutschland", deutsch/englisch,
Format 28 x 21 cm, 100 Seiten, ca. 120 Abbildungen, 12,- €
Bestellanschrift: Runze & Casper Werbeagentur GmbH, Linienstr. 214, 10119 Berlin,
www.deutsche-bruecken.de
Verkauf in Hamburg: "Lean Selling" im Fleethof; Referat für Öffentlichkeitsarbeit der Behörde
für Bau und Verkehr, Stadthausbrücke 8, Haus B Raum 232, Tel. 428403146