6. Frankfurter Abwassersymposium
Tagung der Technischen Akademie Hannover und der IngenieurGemeinschaft Wasserversorgung & Abwasserentsorgung:
Beeinflussung der biologischen Leistungsfähigkeit von Abwasserreinigungs- und
Biogasanlagen durch Mischen und Rühren am 17. Juni 2010 in Frankfurt am Main
Bei der Bemessung von Abwasserreinigungs- und Biogasanlagen wird zumeist von einer vollen Durchmischung der
einzelnen Reaktionsstufen ausgegangen. Im Betrieb dieser Anlagen wird deutlich, dass aufgrund der baulichen
Gegebenheiten und der Strömungsführung durch die Rühr- und Mischorgane oft eine ungleichmäßige Verteilung
von Substrat oder Sauerstoff gegeben ist. Dies fördert durch eine Limitierung der mikrobiologischen Umsetzung
u. a. die Bildung von leichten Schlämmen in Form von Schwimmschlamm oder Schaum sowohl in aeroben als auch in
anaeroben Bereichen. Damit diese Einschränkungen zu keinen nachhaltigen Leistungseinbußen in der stofflichen
Umsetzung von Schadstoffen bzw. von Energiepotentialen führen, muss in vielen Fällen eine nachträgliche
Anpassung der Strömungsführung bzw. der Mischungsintensität erfolgen. Diese Anpassungen können mit Hilfe
verfahrenstechnischer Überlegungen oder durch eine Simulation der Vor-Ort-Bedingungen erfolgen.
Im 6. Frankfurter Abwassersymposium werden sich die Referenten dieser Problematik in den einzelnen Bereichen
der Abwasserreinigung (anoxisch, aerob, anaerob) bzw. der Biogaserzeugung annehmen. Bei der Denitrifikation
steht die homogene Suspension und damit die Durchmischung der Reaktoren im Brennpunkt der Ausführungen. In der
Belebungsstufe wird zum einen die Wirkung der Belüftungssysteme auf die Sauerstoffverteilung und zum anderen
deren Rührwirkung auf das zugeführte Abwasser näher beleuchtet. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Wirkungsweise
einer vollständigen gegenüber einer teilweisen Belüfterbelegung auf die Strömungsführung und somit auf die möglichen stofflichen Umsatzraten der Abwasserinhaltsstoffe sein.
Einen Themenschwerpunkt dieses Symposiumtages bilden die anaeroben Stufen für die Klär- und Biogaserzeugung und hier ins-besondere die Möglichkeiten der dreidimensio-nalen Simulation. Weiterhin sollen die Randbe-dingungen für die Durchmischung in diesen Verfahrensstufen näher dargelegt sowie die Besonderheiten der eingesetzten Rührtechniken erläutert werden.
Die theoretischen Ausführungen werden, wie schon obligatorisch für das Frankfurter Abwas-sersymposium, durch
praxisnahe Ausführungsbeispiele untermauert, die das Potential von be-stehenden, nur unvollständig genutzten
Verfahrensstufen mittels Mischen und Rühren aufzeigen.
Die Tagung wird durch eine Fachausstellung abgerundet.
Auf den PUNKT gebracht - Mehr Praxis geht nicht
Seminar der Technischen Akademie Hannover
Das Hauptproblem maroder Kanalleitungen sind Leckagen, die zum Austritt von Abwasser und - je nach Lage des
Grundwasserspiegels - zum Eintritt von Grundwasser führen können. Die Auswirkungen des austretenden Abwassers
mit all seinen komplexen Inhaltsstoffen (z.B. PAK) auf das Grundwasser sind heute leider noch nicht genau
abzuschätzen. Diese Problematik betrifft jedoch alle, weil das Grundwasser die wichtigste Ressource für unser
Trinkwasser ist und die Verunreinigung eines Gewässers nach § 324 StGB einen Straftatbestand darstellt.
Dennoch sind laut der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) rund 20% der
öffentlichen Kanalisation (Länge ca. 500 000 km) kurz- bzw. mittel- und weitere 21,5% langfristig
sanierungsbedürftig. Das wirtschaftliche Potential wird von der DWA für die gesamte Bundesrepublik auf 50
Mrd. Euro in den kommenden zwölf Jahren beziffert. Hierbei sind die privaten Entwässerungsleitungen mit
einer geschätzten Gesamtlänge von 1,5 Mio. km, noch völlig unberücksichtigt.
Darüber hinaus fehlt überall das Geld und das Personal, um die Kanäle in einen dichten Zustand zu überführen.
Allerdings fordern neue Gesetze wie das WHG 2009, die VOB 2009 und die HOAI 2009 immer mehr die Erfüllung
dieser Aufgabe. Die Diskrepanz zwischen Anforderung und Realität wird immer größer. Dass es auch anders geht,
können die erfahrenen Referenten aus ihrer Praxis berichten. Während viele an den Anfängen feilen, sind andere
bereits auf dem Weg zum Ziel. Es erwartet Sie ein Feuerwerk an Informationen und Anregungen aus der Praxis.
Bereits seit 2004 bietet die Veranstaltungsreihe "Auf den Punkt gebracht" den Teilnehmern die Möglichkeit,
ohne lange Anreisewege und ohne hohe Hotel- und Seminarkosten den aktuellen Stand der Kanalsanierung in
Erfahrung zu bringen.
Die Veranstaltung wird von einer fachbezogenen Ausstellung begleitet.
Termine:
15. Juni 2010 in Kaiserslautern
16. Juni 2010 in Koblenz
17. Juni 2010 in Düsseldorf
22. Juni 2010 in Ingolstadt
23. Juni 2010 in Bayreuth
16. November 2010 in Rostock
17. November 2010 in Rendsburg
18. November 2010 in Bremen
24. November 2010 in Göttingen
25. November 2010 in Leipzig
Das detaillierte Programm und das Anmeldeformular zu den jeweiligen Veranstaltungen finden Sie unter www.ta-hannover.de.