Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe der Hamburgischen Ingenieurkammer - Bau, die Kammermitglieder zu einer
Informationsrunde mit einem gemeinsamen Frühstück einzuladen, wurde am Freitagmorgen, den 24. September 2010,
im Hotel Steigenberger fortgesetzt.
Wiederum zahlreich nahmen die Mitglieder an dieser Veranstaltung teil,
auf der Herr Klaus Teichert, Staatssekretär a.D., Sprecher der Geschäftsführung SBH Schulbau Hamburg, über
die Perspektiven für den Hamburger Schulbau informierte.
In seinem Vortrag legte Herr Teichert dar, dass sich der Investitionsbedarf für die Hamburger Schulen in den
nächsten 15 Jahren - verteilt auf 363 Schulen - auf 4,6 Milliarden Euro belaufen werde. Aufgrund der in den
letzten Jahren geänderten Unterrichtsmethoden, dem gestiegenen Platzbedarf in den Schulen und dem entstandenen
Sanierungsstau sei dies keine leichte Aufgabe.
Anhand einiger Folien erläuterte Herr Teichert die Arbeitsweise seiner Behörde: die Aufgabe der SBH Schulbau
Hamburg als Vermieter sei es, für den Mieter, der Behörde für Schule und Berufsbildung, bzw. die Schulen als
Nutzer für die Instandhaltung der Gebäude zu sorgen. Dafür gebe es eigenes Personal, aber der größte Teil von
Planungs- und Reparaturaufträge werde nach außen vergeben. Z. Zt. gebe es 930 aktuelle Bauvorhaben, das
Volumen der Bauinvestitionen (Sanierung und Neubau) betrage in 2010 für allgemeinbildende Schulen 106 Mio
Euro, für Berufsschulen 7 Mio Euro sowie für ÖÖP- und ÖPP-Projekte 16 Mio Euro. Für 2011 werde ein weiterer
Anstieg erwartet.
Auf Nachfrage der Kammermitglieder bestätigte Herr Teichert, dass zukünftig viele Planungsaufträge an
Ingenieurbüros vergeben werden sollen. Die SBH wolle als kompetenter Bauherr auftreten und im Vorwege
Planungsparameter mit festen Regeln aufstellen. Ein Teil der Leistungen werde sie selbst erbringen, aber
der größte Anteil solle von Architekten und Ingenieuren übernommen werden.
Weiterhin bestätigt Herr Teichert den Hinweis eines Zuhörers, dass Schulen sich verändert hätten, auch in der
äußerlichen Gestaltung. Hier gäbe es häufig baurechtliche Konflikte, z. B. im Hinblick auf den Brandschutz,
die mit dem Anspruch auf ein ansprechendes Design kollidieren. Herr Teichert teilt mit, dass es derzeit
Diskussionen mit der Behörde gebe, die Schulbaurichtlinien zu überarbeiten.
Die Mitglieder nutzten ausführlich die Möglichkeit, einzelne Punkte zu hinterfragen. Dabei stellte sich
heraus, dass die teilweise in Hamburg angewandten ÖPP- und ÖÖP-Verfahren von den Mitgliedern durchaus kritisch
gesehen werden. Herr Teichert erklärte, dass die SBH wirtschaftlich arbeiten müsse und daher auch andere
Finanzierungsmodelle erproben wolle. Dem entgegneten Mitglieder, dass der Akquisitionsaufwand für die
Ingenieure gerade bei diesen Verfahren immens sei und sich viele Ingenieurbüros demzufolge gar nicht mehr
an solchen Ausschreibungen beteiligen würden. Nach Meinung der Zuhörer seien die Verfahren insgesamt zu
teuer und unnötig. Die angeregte Diskussion zeigte, dass dieses Thema die Kollegen sehr beschäftigt. Herr
Bahnsen schlug daher vor, die Diskussion in eine der folgenden Veranstaltungen fortzusetzen und dazu weitere
Referenten einzuladen.
Herr Bahnsen dankte Herrn Teichert für seine interessanten Ausführungen und den Kammermitgliedern für deren zahlreiches Erscheinen.
Nach der Veranstaltung wurden erstmals die Artikel der Werbekampagne "Kein Ding ohne Ing" vorgestellt und den Mitgliedern ausgegeben. T-Shirts, Leinenbeutel sowie Pins und Aufkleber fanden Zustimmung und wurden gerne angenommen. Interessierte Mitglieder erhalten die Artikel auf Wunsch über die Geschäftsstelle.
Die nächste Infofrühstücksrunde wird am 19. November 2010 im Veranstaltungshause der Patriotischen Gesellschaft von 1765, Trostbrücke 6, 20457 Hamburg stattfinden. Dabei werden Herr Dipl.-Ing. Karsten Zill, Mitglied im Vorstand der Bundesingenieurkammer und im Vorstand des AHO, über die Erfahrungen mit der HOAI 2009 sowie über die neuerliche Novellierung der HOAI und Herr Dipl.-Ing. Christoph J. Schröder, Leiter der Abteilung Technische Grundlagen, Amt für Verkehr und Straßenwesen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, über die Umsetzung der HOAI 2009 in die Vertragsmuster der FHH und die Überarbeitung der Leistungsbilder und Bewertungen (LBB) berichten.