Sommerlicher Wärmeschutz: Einflussgrößen, Anwendung und Grenzen des Normverfahrens, Nachweis per Simulation

Seminar HIK191.04

Thema

Der Normnachweis des sommerlichen Wärmeschutzes stellt derzeit die einzige obligatorische Anforderung an das Überhitzungsrisiko natürlich klimatisierter, neu zu errichtender Gebäude dar. Er ist damit eine wichtige Maßnahme zur Gewährleistung raumklimatischer Mindeststandards. Die aktuelle Fassung der zugrundeliegenden Norm DIN 4108-2 (2013) hält am Verfahrensprinzip der Vorgängerversionen fest und ermöglicht zwei Nachweisansätze, einen über das Sonneneintragskennwertverfahren und einen über die thermische Simulation (ingenieurmäßiges Berechnungsverfahren). Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und ihre Einsatzgrenzen.

Der Planer steht der Anwendung des Simulationsverfahrens für den Sommerfall in vielen Fällen skeptisch gegenüber und beschränkt sich auf das vereinfachte Verfahren. Dabei ist der Nachweisaufwand für die Simulation nicht erheblich größer, bietet aber eine deutlich größere Flexibilität. Deren Nutzung erfordert jedoch solide Kenntnisse über die Einflussfaktoren des Sommerlichen Wärmeschutzes sowie eine geeignete Software.

Inhalt

Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über die Zusammenhänge und Nachweismethoden des Sommerlichen Wärmeschutzes von Gebäuden zu geben. Zu den erläuterten Einflussfaktoren zählen die baukonstruktiven Gegebenheiten (Gläser, Sonnenschutz, speicherwirksame Bauwerksmasse, Raumkubatur, Luftwechsel), die klimatischen Bedingungen und die Anforderungen der Gebäudenutzer (Behaglichkeitsanforderungen). Vor diesem Hintergrund werden sowohl die Nachweisansätze der Norm als auch alternative Ansätze vorgestellt und deren Anwendungsgrenzen aufgezeigt. An Hand von Beispielbauten wird gezeigt, wann die Anwendung eines Simulationsverfahrens vorteilhaft gegenüber dem vereinfachten Verfahren ist und umgekehrt.

Das Seminar umfasst folgende Themenbereiche:
– Grundlagen Sommerlicher Wärmeschutz
– Kennwerte´, Eigenschaften von Gläsern und Fenstern
– Verschattungssysteme / Sonnenschutz
– Speicherwirksame Bauwerksmasse
– Lüftung/ Luftwechsel im Sommer
– Zusammenhang Luftwechsel- Speichermasse
– Raumklimatische Anforderungen im Sommer (Behaglichkeit, Erträglichkeit)
– Rechtliche Aspekte des Sommerlichen Wärmeschutzes
– Nachweisverfahren im Überblick
– Sonneneintragskennwertverfahren gemäß DIN 4108-2 (2013)
– Simulationsnachweis gemäß DIN 4108-2 (2013) mit THERAKLES
– Vergleich der Verfahrensansätze

Referent(en)

  • Dr.-Ing. P. Freudenberg, TU Dresden

Termin

Dienstag, 19. März 2019
09.00 bis 17.00 Uhr

Teilnehmergebühr

Mitglieder: 150.00 €

Gäste: 200.00 €