Abriss und Neubau der Sternbrücke: Wir brauchen mehr Transparenz und einen Ingenieurwettbewerb!

Die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau (HIK) nimmt die Entwicklung bei der Sternbrücke in Altona zum Anlass, zu den Vorgängen rund um das Projekt Stellung zu beziehen.

Die Ingenieurkammer kritisiert, dass die bisherigen Planungen zur Sternbrücke nicht offen abliefen. Hierzu gehört der von der Bahn maßgeblich bestimmte Abstimmungsprozess bis hin zur Senatsentscheidung über den Abriss der denkmalgeschützten Sternbrücke und dem Neubau in der nun geplanten Form. Die Öffentlichkeit erfuhr von den konkreten Planungen erst jetzt, unmittelbar vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens. Eine solche Intransparenz ist angesichts der Tragweite der Entscheidungen und der Bedeutung des Projekts nicht akzeptabel und gilt es bei künftigen Infrastruktur-Großprojekten zu vermeiden.

Die HIK kritisiert vor allem, dass der jetzt offengelegte Entwurf nicht in einem Ingenieurwettbewerb gefunden wurde. Mit einer solchen Überprüfung wäre es möglich gewesen, unterschiedliche Entwurfsideen gegenüberzustellen, um die bestmögliche Lösung zu finden. Ein solches Wettbewerbsverfahren hätte auch eine transparente Diskussion und damit eine nachvollziehbare Variantenentscheidung ermöglicht. Der jetzige Entwurf erscheint ohne eine Überprüfung anhand von unterschiedlichen Entwurfskonzepten zu hoch und nicht dem Ort entsprechend proportioniert. Damit würde bei einer Realisierung das kleinteilige Umfeld sehr stark von einem Bauwerk dominiert. Stattdessen muss sich die neue Brücke so weit wie möglich in die Umgebung einfügen und darf sie nicht erdrücken! Daher ist es notwendig, die Ausgangs- und Rahmenbedingungen für einen Wettstreit der Lösungen in diesem Sinne zu überarbeiten und eindeutig zu formulieren.

Die Ingenieurkammer fordert deshalb einen ausreichend vorbereiteten Planungswettbewerb. Für ein Bauwerk dieser Größe, Komplexität und Bedeutung ist es unerlässlich, einen Wettbewerb mit verschiedenen Ingenieurbüros mit dem Schwerpunkt Brückenbau als Teilnehmern abzuhalten, um die beste und stadtverträglichste Lösung zu finden.